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  FREUNDE DES RIESKRATERMUSEUMS e. V. 

 
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Freunde des Rieskratermuseums

DIE NÄCHSTEN VEREINSTERMINE

Gemeinsame Weihnachtsfeier für Vereinsmitglieder und Mitarbeiter des RiesKraterMuseums am Freitag, den 24.11 2017 um 17.30 Uhr

 

Nachtrag zum Vortrag von Volker J. Sach

Über das Thema hat der Referent beim Verlag Dr. Friedrich Pfeil folgende Broschüre veröffentlicht:

SACH, Volker J. & Johannes Baier
Neue Untersuchungen an Strahlenkalken und Shatter-Cones in Sediment- und Kristallingesteinen (Ries-Impakt und Steinheim-Impakt, Deutschland)
2017. [Deutsch] - 36 Seiten, 7 Farbtafeln mit 42 Abbildungen, 9 Farbabbildungen, 3 Tabellen.
24,0 × 17,0 cm, geheftet.
ISBN: 978-3-89937-229-8

Verlag Dr. Friedrich Pfeil
Wolfratshauser Str. 27
81379 Munich – Germany
Tel.: +49 89 55 28 6000
Fax: +49 89 55 28 6004
E-Mail: info@pfeil-verlag.de
www.pfeil-verlag.de

Das Heft ist für 20.00 Euro erhältlich.

Weitere geologische Titel des Verlags gibt es hier ...

 
Museum für Naturkunde Berlin an der Entdeckung eines neuen Minerals beteiligt: RIESIT

Im Nördlinger Ries, vor etwa 15 Millionen Jahren durch den Einschlag eines Asteroiden entstanden und einer der am besten erhaltenen Einschlagskrater auf der Erde, wurde ein bisher unbekanntes Mineral entdeckt, das den Namen „Riesit“ tragen wird. Die Geschichte seiner Entdeckung ist das Ergebnis einer internationalen Kooperation von Wissenschaftlern aus den USA und Deutschland, die in Las Vegas, in Heidelberg und am Museum für Naturkunde Berlin arbeiten.

Die Entdeckung eines neuen Hochdruckminerals im Ries, welches im Januar 2017 von der Internationalen Mineralogischen Assoziation (IMA) auf Vorschlag der Entdecker Prof. Oliver Tschauner (Las Vegas) und Prof. Chi Ma (Pasadena) den offiziellen Namen Riesit erhielt, ist einer neuen Analysentechnik zu verdanken, bei der die häufig benutzten Lichtstrahlen (optische Mikroskopie) oder Elektronenstrahlen (Elektronenmikroskopie) durch die sog. Synchrotron-Strahlung ersetzt wurden. PD Dr. Volker Stähle (Heidelberg) und Prof. Dieter Stöffler (Berlin) stellten geeignete Gesteinsproben den US-Kollegen zur Verfügung. Das Museum für Naturkunde und die Arbeitsgruppe zur Impaktforschung arbeitet seit Jahrzenten intensiv im Nördlinger Ries. „Impaktforschung ist eines der zentralen Themen, an dem das Museum für Naturkunde arbeitet und hat enorme gesellschaftliche Bedeutung, wie erst kürzlich beim nahen Vorbeiflug eines Asteroiden wieder deutlich wurde“, so der Generaldirektor des Museums für Naturkunde Berlin, Prof. Johannes Vogel.

„ Es ist uns ein großes Anliegen, die Menschen auf unsere Forschung aufmerksam zu machen und für Natur zu begeistern.“

Riesit kommt in Form von winzigen Kristallen in Schmelzadern von Gesteinen vor, die durch extrem hohe Drucke und durch Temperaturen von mehr als 1500 °C beansprucht wurden. Das Mineral Riesit ist chemisch gesehen eine spezielle Kristallform von Titandioxid (TiO2). Titandioxid kommt als Rutil in geringer Menge in vielen irdischen Gesteinen vor, also auch in den Grundgebirgsgesteinen des Nördlinger Rieses, die in mehr als 600 Metern Tiefe durch den Asteroideneinschlag extrem hohen Drucken und Temperaturen ausgesetzt und an die Oberfläche geschleudert wurden. Die Umwandlung von Rutil in Riesit ist relativ kompliziert, weil sich Rutil zunächst unter der hohen Druck- und Temperaturbelastung in ein anderes Hochdruckmineral umwandelt, das den Namen Akaogiit trägt. Erst bei der Druckentlastung entsteht dann aus dem Akaogiit das Mineral Riesit.

Die oberste Schicht des Kraterauswurfs im Nördlinger Ries ist ein als Suevit bezeichnetes Gestein. Suevit wurde schon von den Römern und vor allem seit dem Mittelalter als Baustein im Nördlinger Ries und in anderen Regionen Deutschlands – im 19. Jahrhundert sogar in Berlin und Leipzig – verwendet, nicht zuletzt beim Bau der St. Georgskirche in Nördlingen. An deren Mauern sind die Gesteinseinschlüsse zu sehen, die außer Riesit zahlreiche andere Hochdruckminerale enthalten. Im Suevit des Rieses findet sich die größte Zahl von Hochdruckmineralen unter allen bekannten 190 Impaktkratern der Erde. Es handelt sich dabei um insgesamt 10 verschiedene Minerale, darunter auch Diamant.

Text und Bild: Pressemitteilung des Museums für Naturkunde Berlin.

 

Entdeckung eines neuen Minerals: STÖFFLERIT

Rückstreuelektronen-Bild des Minerals Stöfflerit, das zusammen mit amorphem Labradorit-Plagioklas (Maskelynit), Augit, Pigeonit und Zagamit im Kontakt zu einer Schmelztasche im basaltischen Marsmeteoriten North-West-Africa 856 steht;
Bildquelle: Dr. Chi Ma (Caltech) und Oliver Tschauner (UNLV).

Eines der Hauptforschungsthemen am Museum für Naturkunde Berlin ist die Impakt- und Meteoritenforschung, da die Entstehung und Entwicklung der Erde und des Lebens maßgeblich durch Einschläge kosmischer Körper geprägt wurde.
Das neue Mineral Stöfflerit ist nach Dieter Stöffler, dem Direktor a.D. des Museums für Naturkunde Berlin und einem international anerkannten Impakt- und Meteoritenforscher,  benannt. „Es gibt nur einige tausend Minerale und wir sind stolz darauf, auf diese Weise einerseits international renommierte Wissenschaftler des Museums für Naturkunde geehrt zu wissen, andererseits die Forschung des Museums in die Gesellschaft tragen und Menschen für Natur begeistern zu können“, so Generaldirektor Prof. Johannes Vogel.

Den gesamten Text finden Sie
in der Pressemeldung des Naturkundemuseums Berlin.

 

Mars-Feeling auf der Erde
Ein ehemaliges Vulkanfeld im amerikanisch-mexikanischen Grenzgebiet hat beinah außerirdische Qualitäten. Deswegen toben sich dort gerne Weltraumforscher aus.

Krater, Vulkankegel und sogar Spuren von Lavaflüssen sind noch sichtbar - dabei schläft das Feuer unter dem Potrillo-Vulkanfeld seit mehr als 10.000 Jahren. Doch bis heute haben die Kräfte aus dem Inneren der Erde das Gebiet an der Grenze zwischen dem US-Bundesstaat New Mexico und dem mexikanischen Chihuahua geprägt.

Etwa tausend Quadratkilometer ist das Areal groß, das seine Existenz dem sogenannten Rio-Grande-Graben verdankt. In diesem Gebiet ist die Nordamerikanische Kontinentalplatte von Süd nach Nord eingerissen. Das liegt daran, dass sie sich in ost-westlicher-Richtung ausdehnt und heißes Gestein von unten in den Zwischenraum drückt.

Das oben gezeigte Foto stammt vom US-Satelliten "Landsat 8", wurde im Juni aufgenommen, aber erst jetzt veröffentlicht. Es zeigt gleich zwei der wichtigsten geologischen Besonderheiten des Potrillo-Vulkanfelds: Im dunklen Bereich rechts oberhalb der Bildmitte liegt der Aden-Krater, etwas unterhalb, auf grauem Untergrund, der Kilbourne-Hole-Krater.

Diese vielfältigen Landschaften sind auch interessant für Weltraumforscher, vor allem in Bezug auf geplante Wissenschaftsmissionen zum Mond oder Mars. In diesem Sommer waren zum Beispiel die Experten des RIS4E-Projekts verschiedener US-Universitäten in der Gegend unterwegs, um Utensilien für zukünftige außerirdische Untersuchungen unter möglichst realistischen Bedingungen zu testen. Solche Tests gibt es auch an anderen Orten, zum Beispiel auf Hawaii oder auf österreichischen Gletschern. Quelle: Spiegel online vom 25.09.2017.

 

Eine riesige Sensation:
Stück vom Steinheimer Meteoriten entdeckt

Lesen Sie hier weiter. Quelle Bild und Text: Südwestpresse

Letzte Gewissheit gaben am Ende aufwendige Analysen mittels einer Laser-gestützten Mikrosonde: Bei dem metallischen Bruchstück, das in einer Spalte des Kalksteinblocks steckte, handelt es sich tatsächlich um ein Bruchstück des Steinheimer Meteoriten.
20 Jahre war es unentdeckt in einem Kalksteinbrocken versteckt, der im Eingangsbereich des Meteorkratermuseums in Sontheim/Stubental lag.
Das Stück ist knapp zwei Zentimeter lang. Es gehört zu dem Meteoriten, der vor rund 14,8 Millionen Jahren das Steinheimer Becken geschaffen hat.

Jetzt konnte endlich eine wichtige Frage geklärt werden: Wurden das Steinheimer Becken und das Nördlinger Ries von ein- und demselben Meteoriten geschaffen, der in zwei Teile zerbrochen war? Oder war der Steinheimer Meteorit ein „Mond“ des größeren Nördlinger Meteoriten? Die Antwort: Der Nördlinger und der Steinheimer Meteorit waren zwei getrennte Himmelskörper. Während der Nördlinger Meteorit laut der Wissenschaftler vermutlich ein so genannter Steinmeteorit war, handelte es sich bei dem Steinheimer Meteoriten um einen deutlich kleineren aber sehr schweren Eisenmeteoriten. Diese Art von Stein-Eisen-Meteorit (Pallasit) ist einer der seltensten Meteoritentypen überhaupt. Informationen zum Pallasit finden Sie hier.

 

Der Meteoritenfall vom 6.3.2016 bei Stubenberg von Dieter Heinlein

Nach einer spektakulären Feuerkugel ereignete sich am 6. März 2016 ein Meteoritenfall bei Stubenberg in Bayern. Der Physiker und Astronom Heinlein berichtete über die spannende Jagd   nach diesem Steinmeteoriten.
In seinem unterhaltsamen Vortrag räumte er mit Irrtümern und Fehleinschätzungen auf, die es bzgl. Sternschnuppen, Feuerkugeln und Meteoriten gibt.
Weiterhin referierte er über berühmte Fälle, wie z. B. Neuschwanstein und Chelyabinsk.

Dieter Heinlein ist Technischer Leiter des Feuerkugelnetzes des DLR
(Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
,   Institut für Planetenforschung).
Seit 40 Jahren sammelt er Meteorite und ist auf diesem Gebiet auch als anerkannter Gutachter tätig.

Weitere Vorträge im RiesKraterMuseum finden Sie hier ...

Pavel Spurny (links) und Dieter Heinlein (rechts) mit der Hauptmasse des Stubenberg-Meteoriten

 

Bayreuther Hochdruckforscher lösen Meteoriten-Rätsel

Christian Wißler Mediendienst Forschung - Universität Bayreuth

Eine Forschergruppe der Universität Bayreuth hat die langgesuchte Erklärung für den scheinbar widersprüchlichen Aufbau von Mond- und Mars-Meteoriten gefunden. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg, der European Synchrotron Radiation Facility (ESRF) in Grenoble und mit weiteren Forschungspartnern in Lyon und Wien haben die Bayreuther Wissenschaftler um Prof. Dr. Dr. h.c. Leonid Dubrovinsky zeigen können, weshalb die Meteoriten auf engstem Raum Minerale enthalten können, deren Entstehungsbedingungen sich stark unterscheiden. Die in ‚Nature Communications‘ veröffentlichten Erkenntnisse geben der Meteoritenforschung insgesamt neue Impulse.

Wenn Asteoride oder Kometen auf dem Mond oder dem Mars aufprallen, entstehen hohe Drücke und Temperaturen, die das vom Einschlag getroffene Gestein schockartig verändern.

Oftmals werden einzelne Brocken des veränderten Gesteins zur Erde hinabgeschleudert. Viele dieser Meteorite haben der Wissenschaft vor allem aus zwei Gründen Rätsel aufgegeben:

  • Zum einen enthalten sie Seifertit, ein Mineral, das sich unter extrem hohen Drücken aus Siliziumdioxid (SiO₂) bildet. Asteorid- oder Kometen-Einschläge, die derart hohe Drücke erzeugen, müssten so heftig sein, dass größere Bereiche des Mond- und Marsgesteins dadurch aufgeschmolzen oder zertrümmert werden. Doch von solchen Katastrophen ist der Forschung nichts bekannt.

  • Zum anderen befindet sich oftmals direkt neben dem Seifertit das Mineral Cristobalit, das bei deutlich geringeren Drücken aus Siliziumdioxid entsteht.

Mehr ...

 

VEREINSTERMINE FRKM 2017

Datum

Uhrzeit

Thema

Referent

10.11.2017

19:00 Uhr

Shatter-Cones aus Ries-Krater, Steinheimer Becken und Molasse

Volker J. Sach, Sigmaringen

24.11.2017

17:30 Uhr

Gemeinsame Weihnachtsfeier Vereinsmitglieder und Mitarbeiter des RiesKraterMuseums

 

15.12.2017

19:00 Uhr

Der Ries-See: neueste Forschungsergebnisse

Gernot Arp, Uni Göttingen

Die Vorträge und die Weihnachtsfeier finden im RiesKraterMuseum statt.

 

Erstmals Altersbestimmung des Jupiter durch Meteoriten-Analyse von münsterschen Planetologen

Dr. Christina Heimken Presse- und Informationsstelle - Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Jupiter, aufgenommen von der Raumsonde "Voyager 1"
© NASA

Jupiter ist der älteste Planet des Sonnensystems. Das haben Planetologen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster jetzt erstmals nachgewiesen. Demnach war die Bildung des Planeten bereits vier Millionen Jahre nach der Entstehung des Sonnensystems abgeschlossen.

Jupiter ist nicht nur der größte Planet des Sonnensystems, sondern auch der älteste, wie Planetologen der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) jetzt berichten. Ihnen ist es erstmals gelungen, sein Alter zu bestimmen. Bisher war das Alter Jupiters nicht bekannt – es gab nur Schätzungen. Dies liegt unter anderem daran, dass es keine Gesteinsproben des Planeten gibt und Forscher daher keine direkten Messungen durchführen können. Die Münsteraner zogen nun durch Untersuchungen an Meteoriten Rückschlüsse auf das Alter von Jupiter. Die Studie ist in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Proceedings of the National Academy of Science of the United States of America" online veröffentlicht.

Jupiter war demnach spätestens eine Million Jahre nach Bildung des Sonnensystems auf die zwanzigfache Masse der heutigen Erde angewachsen. Das Sonnensystem entstand vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren. Nach Erreichen der 20 Erdmassen dauerte es weitere drei Millionen Jahre, bis die Entstehung Jupiters abgeschlossen war. "Trotz seiner großen Masse entstand Jupiter also nach kosmischen Maßstäben extrem schnell innerhalb von nur vier Millionen Jahren. Zwar haben theoretische Modelle bereits vorhergesagt, dass Jupiter schnell entstanden sein muss, aber diese Voraussagen sind sehr ungenau", urteilt Dr. Thomas Kruijer, Erstautor der Studie. Zum Vergleich: Die Erde, die nur etwa ein 380stel der Masse Jupiters hat, benötigte ungefähr 100 Millionen Jahre für ihre Entstehung. Mehr ...

 

Sonderausstellung im Museum bis 04. März 2018

Öffnen Sie hier den Ausstellungsflyer

MARS EXPRESS – Europas Blick auf unseren roten Nachbarn

Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und gibt einen Überblick über Intention, Technik und Ergebnisse der europäischen Mission „MARS EXPRESS“, die seit nunmehr 14 Jahren unseren Nachbarplaneten im Fokus hat.

Gezeigt wird u. a. faszinierendes  Bild- und Filmmaterial, teilweise in 3D.

Die Erfolgsstory begann am 2. Juni 2003: An diesem Tag startete eine Sojus-Trägerrakete vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur und brachte damit die Raumsonde Mars Express auf den Weg zu unserem Nachbarplaneten.
Mittlerweile haben die vielfältigen Informationen über den Mars, seine Oberfläche, seinen Untergrund und seine Atmosphäre zu einem ganz neuen Bild des Roten Planeten geführt.

Perspektivische Ansicht eines mit Sedimenten angefüllten Kraters 

Im Vergleich dazu ein Foto des Rieskrater-Modells im Museum

Dieser Krater hat einen Durchmesser von etwa 25 Kilometern und ist damit so groß wie das Nördlinger Ries. Die konkave Vertiefung dieses Kraters  ist mit Sedimenten angefüllt, die von einem weiter westlich gelegenen Bergmassiv in den Krater transportiert wurden.
Die ursprünglich glatte Oberfläche hat infolge von Setzungsbewegungen tiefe Risse bekommen, so dass sich dadurch ein so genanntes "chaotisches Gebiet" gebildet hat. An den inneren Abhängen des Kraters fallen zahlreiche "Knubbel" auf anstelle der an Kratern dieser Größe auftretenden, eher terrassenartigen und bogenförmigen Geländemerkmale. Diese Strukturen deuten möglicherweise das ursprüngliche Höhenniveau der Sedimentschichten im Kraterinneren an.
Quelle: ESA/DLR/FU Berlin - CC BY-SA 3.0 IGO.

Literaturtipps zum Thema Mars gibt es hier ...

 

So brodelt der Jupiter

Die US-Raumsonde "Juno" kommt dem Jupiter so nahe wie kein anderer Forschungsroboter zuvor. Die Daten des ersten Überflugs sind nun ausgewertet. Es sind faszinierende Fotos entstanden.

Bild: AFP/ NASA/ JPL-CALTECH/ SWRI/ MSSS/ BETSY ASHER HALL/ GERVASIO ROBLES

Jupiters Südpol: "Juno" hatte sich den Jupiterwolken bis auf rund 4000 Kilometer genähert. Damit erlaubt sie unerreichte Einblicke in die dichte Atmosphäre des Gasriesen. Die Farben auf diesem Bild und den anderen Aufnahmen wurden übrigens verstärkt.

An den Polen des Riesenplaneten Jupiter toben Wirbelstürme mit bis zu 1400 Kilometer Durchmesser. Die Atmosphäre in den Polarregionen des Gasriesen ist damit viel turbulenter als erwartet - das belegen Aufnahmen der Raumsonde "Juno".

Die im Sommer 2011 gestartete Sonde ist seit vergangenem Juli im Jupiter-Orbit. Die jetzt ausgewerteten Daten hatte sie im vergangenen August gesammelt. Zwei Forscherteams stellen ihre Auswertungen im Fachblatt "Science" vor. Weitere 44 Fachartikel zum Thema sind außerdem in den "Geophysical Research Letters" erschienen.

"Juno" hatte sich den Jupiterwolken bis auf rund 4000 Kilometer genähert. Damit erlaubt sie unerreichte Einblicke in die dichte Atmosphäre des Gasriesen. So erspähte "Juno" ein chaotisches Muster von Wirbelstürmen an den vorher so nicht beobachtbaren Polen des Riesenplaneten. Dadurch unterscheidet sich Jupiter deutlich von seinem Nachbarn Saturn. Aber nicht nur das: Auch die beiden Jupiterpole ähneln sich keineswegs.

Die Raumsonde lieferte auch unerwartete Hinweise auf große Mengen Ammoniak, die aus der Tiefe der Jupiteratmosphäre heraufquellen und riesige Wettersysteme bilden, wie Forscher um Scott Bolton vom US-amerikanischen Southwest Research Institute im texanischen San Antonio berichten.

Überraschenderweise ist zudem das Magnetfeld des Gasriesen noch stärker als erwartet. Dass der Jupiter das kräftigste Magnetfeld im Sonnensystem hat, war vorher schon klar - doch die Details faszinieren: Es erreicht rund die zehnfache Stärke des Erdmagnetfelds, wie die "Juno"-Messungen zeigen.

Innerhalb der sogenannten Magnetosphäre des Jupiters, also im Einflussbereich seines Magnetfelds, beobachtete die Raumsonde Schauer schneller kosmischer Elektronen, die vermutlich die Ursache der enormen Polarlichter sind, die vom Jupiter im ultravioletten und Infrarot-Licht bekannt sind.

Die Untersuchungen der Magnetosphäre insgesamt legten nahe, dass der Riesenplanet ganz anders mit seiner Weltraumumgebung wechselwirke als die Erde, schreibt ein zweites Forscherteam um John Connerney von der Space Research Corporation und dem Goddard Space Flight Center der Nasa.

"Juno" umkreist den Jupiter in einem polaren Orbit - und ist die meiste Zeit in sicherem Abstand von dem Gasriesen und seiner gefährlichen Strahlung. Zwischenzeitlich kam es zu Problemen mit der Technik, "Juno" musste zeitweise in einen Sicherheitsmodus versetzt werden.

Alle 53 Tage nähert sich die Sonde erst dem Nordpol und fliegt dann binnen zwei Stunden zum Südpol. Dabei sammeln die Messinstrumente ihre wichtigsten Daten. Weil der Jupiter so weit entfernt ist, dauert es lange, diese zur Erde zu senden. Nach Nasa-Angaben sind anderthalb Tage nötig, um sechs Megabyte zu verschicken. Der nächste Vorbeiflug ist für den 11. Juli geplant.

Quelle: Spiegel Online

 

Justin Rennilson übergab mehr als 93.000 digitalisierte Originalfotos der
Surveyor-Missionen an das RiesKraterMuseum

Justin Rennilson

Dr. Oliver Sachs und Justin Rennilson mit den beiden Festplatten der Surveyor-Datensätze

Museumsleiter Prof. Dr. Stefan Hölzl und Justin Rennilson

Quelle Fotos und Text: Dr. Oliver Sachs, www.riesgeologie.de

 

Wenige Jahre vor der erfolgten Mondlandung lag der Fokus des Surveyor-Programms bei der technischen Realisierung eines sanften Aufsetzens der Raumsonde und der Erkundung der Mondoberfläche.
Ohne die Erkenntnisse der Surveyor-Missionen, so Rennilson, hätten die Apollo-Mondlandungen wahrscheinlich zeitlich verschoben werden müssen. Sein Team war federführend für die fotografische Dokumentation und Auswertung der Missionen zuständig.

Bis zum heutigen Tage sind viele der fotografischen Rohdaten nicht ausgewertet, zumal die Daten nur analog vorlagen. In den letzten Jahren hat es sich Justin Rennilson zur Aufgabe gemacht, dieses Stück Raumfahrtgeschichte nicht nur für die Nachwelt zu sichern, sondern auch für die Wissenschaft zugänglich zu machen. Herausgekommen ist ein einzigartiger Datensatz, der am 12. Mai 2017 von Justin Rennilson der Sammlung des RiesKraterMuseums in Nördlingen übergeben wurde.

Das RiesKraterMuseum ist somit die einzige Institution in Europa, welche einen vollständigen digitalen Datensatz dieser wichtigen Missionen besitzt.

Von nun an, so Museumsleiter Prof. Dr. Hölzl, stehen die Rohdaten zur weiteren Auswertung für nationale sowie internationale Wissenschaftler und Forschungsinstitute in Nördlingen zur Verfügung.

Mehr zu dem Besuch von Justin Rennilson im RiesKraterMuseum finden Sie unter der Webseite Riesgeologie.

 

Literaturtipps zum Thema Mars

Mars: Der rote Planet zum Greifen nah

Wunderbare Wüstenwelt: Der rote Planet in all seiner Pracht.
Die erstaunlichen Entdeckungen der Raumsonden.
Faszinierender Bildband und systematischer Atlas des Mars.

Autor:  Giles Sparrow

Gebundene Ausgabe – 11. Juni 2015, Kosmos-Verlag, 39,99 €

EAN: 9783440146156

 

 

 

Mars Wie wir den Roten Planeten besiedelten

Top-Wissenschaftler der Weltraumforschung zeigen hier, unter welchen Bedingungen der Mars tatsächlich besiedelt werden könnte. Ein visionäres Buchkonzept mit sagenhaften Original-Bildern.

Autor: Leonard David

Gebundene Ausgabe – 15. Februar 2017, NG-Verlag, 35 €

ISBN-10: 3866906625

 

 

 

Der Mars: Ein Planet voller Rätsel - mit interaktiver DVD und 3D-Brille

Über 300 exklusive, teilweise unveröffentlichte Aufnahmen sowie zahlreiches Kartenmaterial
Inklusive interaktiver DVD mit Marsflugsimulation und 3D-Brille
In Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Autoren: Ralf Jaumann, Ulrich Köhler

Gebundene Ausgabe – 25. Oktober 2013, Fackelträger-Verlag, ab 23 €

ISBN-10: 3771645026

 

 

 

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