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Die Duftorange hat ihre Unschuld verloren - Fotos: Oliver Sachs

der weihnachtliche Rückblick 2020 kam aus dem Lockdown mit der hohen Erwartung, dass es 2021 besser werden wird. Leider hat sich diese Hoffnung als trügerisch erwiesen. Wird man das weihnachtliche Bild einer einfachen Duftorange je wieder unvoreingenommen betrachten können? Hinter uns liegt ein eigentümliches Jahr mit besonderen Höhen, aber auch mit besonderen Tiefen. Unsere Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen. Damit ist nicht nur die 5. Welle der Pandemie gemeint, vor der wir möglicherweise stehen. Die Frage nach der persönlichen körperlichen Unversehrtheit bzw. die körperliche Unversehrtheit unseres Gegenübers oder unseres Mitmenschen hat sich so stark entwickelt, dass ein zunehmender Riss durch die Gemeinschaft geht. Ein Grund hierfür ist sicherlich der erzwungene Rückzug des Einzelnen zum engsten Freundes- und Familienkreis. Langfristig ist der gemeinschaftliche Geist einer Gemeinschaft essentiell! Öffentliche Treffpunkte wie Weihnachtsmärkte, Volksfeste, Historische Märkte oder gesellige Treffen in der Gastronomie werden seit nunmehr zwei Jahren abgesagt oder wurden unter hohen Auflagen teilweise stark eingeschränkt. Und nicht nur die Kulturschaffenden leben von Gemeinschaft. Nicht nur Sport- Musik- oder Vereine wie die Rieser Kulturtage brauchen das gelebte lokale Gemeinschaftsgefühl. Häufig endet der Rückzug des Einzelnen vor dem Bildschirm in den virtuellen Weiten des Internets. Krude Meinungen und Fantasien kreisen hier gleichberechtigt neben echter Wissenschaft und qualifizierten Erkenntnissen und Meinungen. So musste ich in den Weiten des World Wide Web lesen, dass „die tägliche Einnahme von zehn Meteoreisen-Globuli“ nicht nur der Infektabwehr dienen, sondern sogar Covid-19-Todesfälle verhindern sollen.

Vergessen wir nicht die Geschichte: noch bis in die 1920er Jahre hinein galt „Mumia“ als ein Heilmittel. Hier darf die Wissenschaft nicht alleine gelassen werden. Hier sollten neben der freien Presse auch die Schulen als früher Ort der Ausbildung oder Museen als Orte der Volks- und Allgemeinbildung Farbe bekennen. Auch kommt den vielen, bis tief in die Gesellschaftsstruktur reichenden, naturwissenschaftlichen Vereinen Deutschlands eine besondere Aufgabe zu. Unser gemeinnütziger Verein „Freunde des RiesKraterMuseums e.V.“ ist ein Teil dieser Vereinsfamilie. Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass unser naturwissenschaftlich ausgerichteter Verein mit seinem hehren Ziel der „Förderung von Wissenschaft und Volksbildung“ wichtiger denn je ist. Durch die Organisation von Info-Ständen, der Auslobung von heimatkundlich ausgerichteten Schulprojekten oder der Einladung von Wissenschaftlern zu kostenlosen, allgemein zugänglichen Vorträgen wird Mühten, Verschwörungs-theorien und/oder falschen Behauptungen entgegengewirkt. Für unsere zukünftige Gesellschaft ist und bleibt unser Verein ein wichtiger Baustein der Volksbildung. Zum Glück wird dies nicht nur von öffentlichen Institutionen wie dem Landkreis und vielen Gemeinden, sondern auch von Universitäten, unserer Wirtschaft bis hin zu unseren lokalen Banken erkannt. So sind auch dieses Jahr wieder mehrere, teilweise große Firmen und Personen des öffentlichen Lebens unserem Verein beigetreten.

Meteoreisen in seiner natürlichen und schön-sten Form: 22.647 Gramm schwere Scheibe des Eisenmeteoriten von Obernkirchen.

Doch kommen wir zum vergangenen Jahr 2021 und erfreulichen Erinnerungen, mit denen ich Sie, liebe Vereinsmitglieder, in eine hoffentlich besinnliche Weihnachtszeit entsenden möchte. Am 29. Juli 2021 fand im Jugend- und Familiengästehaus (JuFa) in Nördlingen unsere Jahreshauptversammlung statt. Im Zuge dieser Versammlung fanden nicht nur die Vorstandswahlen für die nächsten 4 Jahre statt, es wurden auch die Gründungsmitglieder sowie langjährige Mitglieder geehrt. Und trotz pandemiebedingt erschwerter Bedingungen fand zudem unsere Feier zu unserer Gründung vor mehr als 30 Jahren statt. Liebe Mitglieder, an dieser Stelle bedankt sich der gesamte Vorstand für seine überwältigende Wiederwahl für die nächsten 4 Jahre. Auch geht ein besonderer Dank an Nördlingens Oberbürgermeister David Wittner, der als Wahlleiter aktiv war. Von den 15 Gründungsmitgliedern und den 12 Mitgliedern, die seit nunmehr 25 Jahren in unserem Verein Mitglied sind, waren an diesem Abend nicht alle persönlich anwesend. Als Euer 1. Vorsitzender habe ich im Laufe des Sommers allen geehrten Mitgliedern die Urkunde mit der Ehrennadel meist persönlich überreicht. Herzlichen Dank für Eure jahrzehntelange Treue!

Verleihung Rieser Heimatpreis

Im Frühjahr 2021 wurde zudem von der Raiffeisen-Volksbank Ries eG bekannt gegeben, dass der Verein Freunde des RiesKraterMuseums e.V. einstimmig zum Träger des Rieser Heimatpreises 2021 gewählt wurde. Der eigentliche Festakt mit der Verleihung fand unter besonderen Auflagen (beschränkte Teilnehmerzahl, 3G) am 24. September 2021 in Nördlingen statt. Neben dem Bankenvorstand Paul W. Ritter, unserem Landrat Stefan Rößle und Oberbürgermeister David Wittner hat Prof. Dr. Kai Wünnemann (Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, Museum für Naturkunde Berlin) in seiner Laudatio die Bedeutung unseres Vereines unterstrichen. An die genannten Referenten sowie an die Mitarbeiter der Raiffeisen-Volksbank Ries eG mit ihren Vorständen geht an dieser Stelle ein besonderes Dankeschön für diesen unvergesslichen Abend.

Auch 2021 gab es im Rahmen unserer Vereinsaktivitäten wenige, öffentliche und freie Vorträge. Dazu zählen etwa die im Rahmen der Rieser Kulturtage gehaltenen und meist pandemiebedingt online gehaltenen Vorträge (z. B. der Vortrag „Die vergessenen Karten des Nördlinger Rieses“ vom 6. Mai 2021) oder der Präsenzvortrag von Prof. Harald Hiesinger (WWU Münster) am 17. Oktober 2021. Prof. Hiesinger referierte über „Die Ergebnisse der neuen Mondmissionen - Was haben wir seit Apollo gelernt?“. Überhaupt war dieser Vortrag etwas Besonderes: Er wurde gemeinschaftlich von der Gemeinde Mönchsdeggingen, dem Geopark Ries und unserem Verein in der am Riesrand gelegenen Gemeinde durchgeführt. In der voll besetzten Turnhalle waren auch viele Familien, Schüler und Kinder vertreten. Eine Stärkung des Gemeinschaftsgefühls der im Nördlinger Ries wohnenden Bevölkerung soll zukünftig mehr gefördert werden. Im Sinne von „Wir sind Rieser – wir leben in einem Meteoritenkrater“ sollen ebenfalls Aktivitäten starten. Daher besteht der Plan, auch in den verschiedenen Rieser Gemeinden Vorträge zu halten. Wir müssen zu den Menschen!

Zum Verein gehört die noch junge Frickhinger-Stiftung. Diese lobt u. a. auch Preise für Schulprojekte aus, die einen Bezug zu der besonderen Geologie und der Entstehung unserer Heimat haben. Auf Initiative unseres Vereins wurde dieses Jahr erstmals die „Movie-Bande“ der Grundschule Mitte in Nördlingen prämiert. Der Stiftungsbeirat hat den Preisvorschlag einstimmig angenommen. Unter Anleitung ihres Lehrers ist den Grundschülern ein altersgemäßer und illustrativer Film gelungen. Er erklärt, wie der Mondstein (Gesteinsprobe mit der Nummer 66075) vom Mond auf die Erde und schließlich nach Nördlingen und ins RiesKraterMuseum gekommen ist. Die Preisübergabe war für November / Dezember 2021 vorgesehen. Auch hier ist die Pandemie dazwischengekommen. Die Preisübergabe sollte zu dieser Zeit im Rathaus der Stadt Nördlingen erfolgen, nun wurde der Termin auf Januar / Februar 2022 verlegt.

Es ist schön, dass junge von Technik und Naturwissenschaften begeisterte Menschen bereitstehen und nachfolgen. Trotzdem gibt es auch traurige Nachrichten zu berichten. So verstarben sechs unserer teilweise langjährigen Vereinsmitglieder. Namentlich nennen möchte ich an dieser Stelle unseren Gründer, ehemaliger erster Vorsitzender und Ehrenmitglied Dr. Wulf-Dietrich Kavasch, der am 8. Februar 2021 verstarb. Als einer der ganz großen und aktiven Liebhaber unserer Heimat „Nördlinger Ries“ war er nicht nur einer der Hauptinitiatoren unseres heutigen RiesKraterMuseums und weiterer Museen, er war auch Impulsgeber vieler heimatprägender Initiativen wie den Rieser Kulturtagen, des ersten geologischen Pfades im Ries, den Planetenweg u. v. m.
Der zweite, hier genannte Riesforscher ist der erst am 5. November 2021 verstorbene Dr. Rudolf Hüttner. Im Rahmen seiner wissenschaftlichen Arbeit war er zu Beginn seiner wissenschaftlichen Laufbahn zu jener Zeit im Ries aktiv, als die meteoritische Natur des Nördlinger Rieses endgültig erkannt und belegt wurde. Im Rahmen seiner Tätigkeit am Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) in Württemberg war er über Jahrzehnte an der weiteren geologischen Erforschung und Kartierung des Nördlinger Rieses beteiligt. Auch Dr. Hüttner war seit 30 Jahren – also fast von Beginn an – unser treues Mitglied.

Dr. Rudolf Hüttner
(11. Februar 1928 – 5. November 2021)

Dr. Wulf-Dietrich Kavasch
(19. Juli 1944 – 8. Februar 2021)

Nehmen wir uns in der bevorstehenden Weihnachtszeit die Ruhe, auf das vergangene Jahr zurückzublicken und gedenken unserer verstorbenen Mitglieder. Daneben denken wir auch an die positiven, außerordentlich schönen Ereignisse, die Freude ins Leben und die Gemeinschaft bringen. Lernen wir aus der Vergangenheit, erinnern wir uns an schöne Dinge und blicken voller Zuversicht auf die kommende Zeit. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Euch neben einem frohen und gesegneten Weihnachtsfest ein schönes und vor allem gesundes neues Jahr 2022.

Euer Vorstand mit dem 1. Vorsitzenden

 
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